Tunnelbaustelle
Die Bundesautobahn 71 (Abkürzung: BAB 71 oder A 71) hat nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2007 1,7 Millarden Euro gekostet. Sechs Tunnel sind entstanden, 31 Brücken wurden gebaut. Für die "Schwester-Autobahn" - die A 73 erfolgte die  Verkehrsfreigabe des letzten Abschnittes zwischen Ebersdorf und Lichtenfels und damit auch die Gesamtfertigstellung der A 73 im September 2008.

Im März 1997 erfolgte der Tunnelanschlag für den Tunnel Behringen. Der Behringer Tunnel besteht aus zwei Tunnelröhren für die Richtungsfahrbahnen der Bundesautobahn A 71 und einer dritten Röhre für die Eisenbahnneubaustrecke Erfurt–Ebensfeld, was einzigartig in Deutschland ist. Der Tunnel unterquert den Osterberg, einen kleinen bewaldeten Bergkamm bei Behringen.

Der Autobahntunnel liegt zwischen den Anschlussstellen Arnstadt-Nord und Ilmenau-Ost bei Kilometer 92,5. Der Abstand zwischen den Röhren beträgt etwa 25 m. Jede Röhre hat eine lichte Raumhöhe von 4,5 m und eine Raumbreite von 9,5 m. Die jeweils zwei Fahrstreifen pro Fahrbahn haben eine Breite von 3,5 m.

Der Tunnelbau erfolgte mechanisch mit Baggern und Spritzbetonausbau nach der neuen österreichischen Tunnelbauweise. Die ist ein beim Tunnelbau angewandtes Verfahren, das durch tief in das Gebirge reichende Anker, z. T. in Verbindung mit zusätzlichen Betoninjektionen und einem flexiblen Spritzbetongewölbe (Beton), das umgebende Gebirge zum Mittragen heranzieht, in gewissen Grenzen Verformungen zulässt und damit zum Abbau der vom Gebirgsdruck hervorgerufenen Spannungen beiträgt. Nach dieser Methode hergestellte Tunnel kommen mit einem geringer dimensionierten Ausbau aus. (Quelle techniklexikon.net)

Die Röhren wurden vom nördlichen Portal aus aufgefahren. Die Regelquerschnittsfläche beträgt 80,5 m², wobei das Ausbruchmaterial in den anschließenden Streckenabschnitten eingebaut wurde. Die Belüftung der Röhren erfolgt natürlich. Im November 1998 wurde der Tunnel fertig gestellt.

Neben den Autobahntunnel liegt die zwei Meter kürzere Röhre des zweigleisigen Eisenbahntunnels. Der Bau des Eisenbahntunnels erfolgte im gleichen Zeitraum wie die Autobahn. Seit der Fertigstellung ist das Bauwerk ungenutzt.

Technische Daten



Einfahrt in den Tunnel
Lage: Zwischen Abfahrt Arnstadt Süd und Ilmenau West
Länge: 2 x 465 m
Straßenquerschnitt: je Röhre 2 Fahrstreifen mit Sicherheitsstreifen (1 m + 2 x 3,75 m + 1 m = 9,50 m)
Lichte Höhe: 4,50 m
Fluchtweg: Befahrbarer, ca. 16 m langer Querschlag in der Tunnelmitte
Bauweise: Neue Österreichische Tunnelbauweise
Ausbruchquerschnitt: ca. 100 m2
Mittlere Vortriebsleistung: ca. 3 m je Arbeitstag
Abdichtung: 21.000 m2
Innenschale: 15.000 m3
Belüftung: Natürliche Längslüftung
Entwurf: Obermeyer Planungsgesellschaft, München
Auftragnehmer: Züblin AG